Ernährungs-Lexikon

Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe rund um gesunde Kinderernährung, Montessori-inspirierte Esskultur und das Mealomat-System. Kurz, klar und ohne Fachchinesisch. Alle Begriffe sind alphabetisch nach Themenbereich sortiert.

Begriffe aus Ernährung und Pädagogik

Mere-Exposure-Effekt

Psychologischer Effekt, nach dem die Akzeptanz für etwas mit der Häufigkeit der Begegnung steigt. Bei Kindern und Lebensmitteln bedeutet das: Sie brauchen im Durchschnitt 8 bis 15 druckfreie Begegnungen mit einem neuen Lebensmittel, bevor sie es freiwillig probieren (Birch und Marlin, 1982). Mehr dazu im Ratgeber Gemüse verstecken oder zeigen.

Mental Load

Die unsichtbare Denkarbeit, alles in einem Haushalt zu planen, zu organisieren und im Blick zu behalten. Beim Kochen zeigt sie sich in der täglichen Frage „Was kochen wir heute?". Ein festes Planungssystem reduziert diesen Mental Load spürbar. Mehr dazu auf der Seite Mental Load beim Kochen.

Montessori-Ernährung

Die Übertragung der Montessori-Pädagogik auf den Familientisch. Das Kind wählt innerhalb eines von Erwachsenen vorbereiteten Rahmens selbst, was es isst. Drei Prinzipien tragen das Konzept: vorbereitete Umgebung, Selbstbestimmung in klaren Grenzen und der Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun". Mehr dazu im Ratgeber Montessori-Ernährung.

Neophobie

Die natürliche Ablehnung unbekannter Lebensmittel bei Kindern. Sie erreicht zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr ihren Höhepunkt und ist ein normaler Entwicklungsschritt, kein Erziehungsfehler.

Picky Eater

Englischer Begriff für wählerische Esser. Kinder, die nur wenige Lebensmittel akzeptieren oder Neues konsequent ablehnen. Die Ursachen liegen fast immer in zu wenig Mere-Exposure und zu viel Druck, beides lässt sich gezielt verändern. Mehr dazu im Ratgeber Mein Kind isst nichts.

Reaktanz

Psychologischer Widerstand, der entsteht, wenn Menschen sich zu einem Verhalten gedrängt fühlen (Brehm, 1966). Am Esstisch heißt das: Je stärker ein Kind zum Essen gedrängt wird, desto eher lehnt es ab. Druck erzeugt die Ablehnung, nicht das Gemüse.

Regenbogenkost (Eat the Rainbow)

Das Prinzip, täglich Lebensmittel aus möglichst vielen Farbgruppen zu essen. Mealomat denkt in fünf Farben: Rot, Orange/Gelb, Grün, Blau/Lila und Weiß/Braun. Jede Farbe steht für andere sekundäre Pflanzenstoffe und Nährstoffe. Wer alle Farben sammelt, deckt fast automatisch den Nährstoffbedarf ab. Mehr dazu auf der Seite Eat the Rainbow.

Selbstwirksamkeit

Der Glaube eines Menschen, etwas aus eigener Kraft bewältigen zu können (Bandura, 1977). Bei Kindern entsteht sie durch eigenes Tun. Wer beim Kochen selbst etwas geschafft hat, isst das Ergebnis eher und entwickelt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Mehr dazu im Ratgeber Gemeinsam kochen mit Kindern.

Vorbereitete Umgebung

Ein zentrales Montessori-Prinzip: eine sorgfältig gestaltete Umgebung, in der ein Kind selbstständig handeln kann. In der Küche heißt das, Gesundes sichtbar, erreichbar und auf Augenhöhe der Kinder zu platzieren.

Begriffe aus dem Mealomat-System

Mealomat-Wochenplaner-Board

Eine magnetische A3-Tafel, die selbsthaftend an der Küchenwand klebt. Familien planen darauf die Woche mit Rezept-Magneten. Kinder bestimmen mit, was gekocht wird, was die Akzeptanz der Mahlzeiten erhöht.

Rezept-Magnete

Handillustrierte Magnetkarten mit kindgerecht benannten Rezepten (zum Beispiel Dino-Nudeln oder Pinguin-Haferbrei). Kinder wählen damit selbst aus, welche Gerichte die Woche prägen. Durch die ständige Sichtbarkeit der Zutaten wirken sie zugleich als druckfreie Begegnung im Sinne des Mere-Exposure-Effekts.

Regenbogentracker

Ein Mealomat-Produkt: eine abhakbare A4-Tafel, auf der Kinder die täglich gegessenen Lebensmittelfarben markieren. Sie macht Gemüsevielfalt zum Sammelspiel und den Fortschritt für Kinder sichtbar, ganz ohne Druck. Direkt ansehen: Regenbogentracker.

Mealomat-Tischset

Ein abwaschbares A3-Platzset, das jedem Kind direkt am Platz die fünf Farbgruppen als Cheat-Sheet zeigt. Es verankert die Regenbogenkost spielerisch im Alltag.

Mitmachvideo

Kurze, animierte Rezeptvideos in der Mealomat-App, die Kinder in kindgerechter Sprache Schritt für Schritt durch die Zubereitung begleiten. Sie machen aus dem Kochen ein aktives Mitmach-Erlebnis statt passivem Zuschauen.


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