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Magnesium für Kinder: warum es wichtig ist und wo es drinsteckt

Von Aline Herth

Lesezeit: 21 Minuten · Stand: Juli 2026

In einem Satz: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und einem normalen Energiestoffwechsel bei, und Kinder decken ihren Bedarf in der Regel gut über eine ausgewogene Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Gemüse.

Was dich in diesem Beitrag erwartet (Inhaltsverzeichnis)

Warum ist Magnesium für Kinder wichtig?

Magnesium ist ein Mineralstoff, der an vielen Vorgängen im Körper beteiligt ist und den dein Kind jeden Tag über das Essen aufnehmen sollte. Er steckt in ganz normalen Lebensmitteln, die wahrscheinlich sowieso schon auf eurem Tisch stehen, von der Scheibe Vollkornbrot bis zur Handvoll Haferflocken im Müsli.

In der EU ist gesetzlich geregelt, was über einen Nährstoff gesagt werden darf. Für Magnesium sind zehn gesundheitsbezogene Angaben zugelassen, festgelegt durch die Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Die im Familienalltag wichtigsten lauten: Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Und Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei, was gerade im Wachstum eine Rolle spielt.

Das klingt nach viel, heißt im Alltag aber vor allem eines: Magnesium gehört zu den Bausteinen, die dein Kind für einen ganz normalen Tag mit Toben, Wachsen und Erholen braucht. Wichtig zur Einordnung: Nur die zugelassenen Aussagen sind gesichert. Alles, was darüber hinausgeht, etwa dass Magnesium gegen bestimmte Beschwerden hilft oder etwas heilt, gehört nicht dazu. Wenn du den Verdacht hast, dass deinem Kind etwas fehlt, ist die Kinderärztin die richtige Ansprechpartnerin. Magnesium ist übrigens nur einer von vielen Nährstoffen, die im Wachstum zusammenspielen. Einen Überblick über alle findest du in unserem Ratgeber zum Nährstoffbedarf von Kindern nach Alter.

Wie viel Magnesium braucht mein Kind? (nach Alter)

Kurz gesagt: Kinder im Kita- und Grundschulalter brauchen etwa 170 bis 240 mg Magnesium pro Tag. Ab 10 Jahren steigt der Wert weiter an.

Der Bedarf steigt mit dem Alter, und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt hier einen Schätzwert für eine angemessene Zufuhr an. Bei jüngeren Kindern gilt derselbe Wert für Jungen und Mädchen, erst ab 10 Jahren wird nach Geschlecht unterschieden.

Alter Empfohlene Zufuhr (Schätzwert)
1 bis unter 4 Jahre 170 mg pro Tag
4 bis unter 7 Jahre 190 mg pro Tag
7 bis unter 10 Jahre 240 mg pro Tag
10 bis unter 13 Jahre 260 mg pro Tag (Jungen), 230 mg pro Tag (Mädchen)
13 bis unter 15 Jahre 280 mg pro Tag (Jungen), 240 mg pro Tag (Mädchen)

Für alle, die es genau wissen wollen, sind das die offiziellen Referenzwerte. Im Familienalltag musst du sie nicht ausrechnen: Wenn dein Kind über den Tag verteilt mal Vollkornbrot, mal Haferflocken, dazu Hülsenfrüchte, ein paar Nüsse oder Kerne und grünes Gemüse bekommt, ist der Bedarf in der Regel gut gedeckt. Du musst also nicht mit dem Taschenrechner am Esstisch sitzen. Hilfreicher als das Zählen einzelner Milligramm ist der Blick auf die Woche: Kommen regelmäßig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und ab und zu Nüsse oder Kerne vor, stimmt die Grundlage.

Welche Lebensmittel liefern Magnesium und wie du sie einbaust

Die gute Nachricht: Magnesium steckt in vielen alltäglichen Lebensmitteln, die sich leicht in Frühstück, Snack und Abendessen unterbringen lassen. Hier zuerst die grobe Übersicht nach Gruppen als Orientierung.

Magnesiumreiche Lebensmittel nebeneinander: Vollkornmehl, Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Sesam und Leinsamen
Lebensmittelgruppe Beispiele
Vollkornprodukte Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornnudeln
Hülsenfrüchte Linsen, Kichererbsen, Bohnen
Nüsse und Kerne Nüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne
Obst Banane
Gemüse grünes Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Erbsen
Getränke magnesiumreiches Mineralwasser

So weit die Theorie. Im Alltag hilft es aber mehr, wenn du weißt, in welcher Portion und in welcher Mahlzeit ein Lebensmittel gut landet. Die folgende Tabelle ist als praktischer Spickzettel gedacht: gute Magnesiumquellen, eine grobe Alltagsportion und ein konkreter Vorschlag, wie du sie unterbringst.

Lebensmittel Grobe Alltagsportion So baust du es ein
Haferflocken etwa 3 bis 4 Esslöffel Als Porridge oder Overnight Oats mit Banane und ein paar Kernen
Vollkornbrot 1 bis 2 Scheiben Als Pausenbrot mit herzhaftem oder süßem Belag
Linsen, Kichererbsen, Bohnen etwa 3 bis 4 Esslöffel gegart In Suppe, Eintopf, Bratling oder als milder Aufstrich
Kürbis- und Sonnenblumenkerne 1 bis 2 Esslöffel Über Müsli, Joghurt oder Salat streuen
Nüsse oder Nussmus 1 Esslöffel Mus oder eine kleine Handvoll Aufs Brot oder in den Porridge, bei kleinen Kindern gemahlen
Banane 1 Stück Als schneller Snack, im Porridge oder Smoothie
Grünes Gemüse (Spinat, Brokkoli, Erbsen) eine Kinderhandvoll zur Mahlzeit Als Beilage, in Sauce, Auflauf oder Nudelgericht untergemischt
Magnesiumreiches Mineralwasser über den Tag verteilt Als Hauptgetränk zu den Mahlzeiten
Dunkle Schokolade (maßvoll) 1 bis 2 kleine Stücke Als gelegentliche Nascherei, nicht als täglicher Magnesiumlieferant gedacht

Am einfachsten ist es, über den Tag zu variieren: mal Haferflocken zum Frühstück, mal ein Vollkornbrot, dazu Gemüse zu den Mahlzeiten und Nüsse oder Kerne als Snack, wenn dein Kind schon sicher kaut. Kleiner Küchentrick: Röste Kürbis- oder Sonnenblumenkerne kurz in einer trockenen Pfanne an, dann werden sie aromatischer und wandern oft williger auf den Teller. Und wer Hülsenfrüchte fein püriert, bringt sie auch bei skeptischen Essern als cremige Suppe oder Aufstrich unter.

Wie viel Magnesium steckt in einer Kinderportion?

Lebensmittelgruppen sind gut zur Orientierung, aber irgendwann will man Zahlen sehen. Die folgende Tabelle zeigt gerundete Werte für realistische Kinderportionen. Die Spannen sind kein Schludern, sondern Realität: Magnesiumgehalte schwanken je nach Sorte, Boden, Verarbeitung und Datenbank teils erheblich. Nimm die Werte deshalb als Größenordnung, nicht als Messwert.

Lebensmittel Kinderportion Magnesium (etwa)
Spinat, gegart 100 g 60 bis 85 mg
Haferflocken 40 g, etwa 4 Esslöffel 50 bis 70 mg
Kürbiskerne 15 g, etwa 1 Esslöffel 40 bis 90 mg
Sonnenblumenkerne, ungeröstet 15 g, etwa 1 Esslöffel 50 bis 60 mg
Kichererbsen, gegart 100 g etwa 48 mg
Mandeln oder Mandelmus 15 g, etwa 1 Esslöffel etwa 40 mg
Zartbitterschokolade 20 g 25 bis 50 mg
Vollkornbrot 1 Scheibe, etwa 45 g 25 bis 35 mg
Linsen, gegart 100 g 25 bis 35 mg
Kartoffeln, gegart 150 g 30 bis 35 mg
Banane 1 Stück, etwa 100 g etwa 30 mg
Erbsen, gegart 80 g 20 bis 35 mg
Brokkoli, gegart 100 g etwa 20 mg
Milch 200 ml etwa 20 mg
Naturjoghurt 150 g etwa 20 mg
Mineralwasser, als magnesiumhaltig ausgelobt 500 ml ab 25 mg

Ein Rechenbeispiel für ein fünfjähriges Kind, Schätzwert 190 mg pro Tag: Ein Porridge aus 40 g Haferflocken, dazu eine Scheibe Vollkornbrot und ein Esslöffel Kürbiskerne über den Tag bringen zusammen schon rund 120 bis 190 mg. Der Rest kommt über Mittagessen, Abendessen und Trinken fast von allein dazu. Genau deshalb ist Rechnen im Alltag unnötig.

Drei Lebensmittel, die überschätzt werden. Die Banane gilt als der Magnesiumlieferant schlechthin, deckt mit rund 30 mg aber nur etwa ein Sechstel des Tagesbedarfs eines Fünfjährigen. Brokkoli steht in fast jeder Liste für grünes Gemüse, hat aber nur ein Viertel des Magnesiumgehalts von Spinat. Und normales Mineralwasser liefert deutlich weniger als eines, das ausdrücklich als magnesiumhaltig ausgelobt ist. Nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung darf sich nur Wasser mit mehr als 50 mg Magnesium pro Liter so nennen.

Ein Hinweis zu den Kernen: Geröstete und gesalzene Sonnenblumenkerne liegen in den Datenbanken deutlich unter den ungerösteten. Wenn du Kerne als Magnesiumquelle einplanst, nimm die ungerösteten und röste sie bei Bedarf selbst kurz in der Pfanne.

Ein Beispieltag mit genug Magnesium

Manchmal ist es einfacher, sich einen ganzen Tag vorzustellen, statt einzelne Lebensmittel im Kopf zu addieren. Der folgende Beispieltag zeigt, wie sich viele kleine Magnesiumbausteine ganz nebenbei über die Mahlzeiten verteilen, ohne Rechnerei und ohne Spezialprodukte.

Zutaten für ein magnesiumreiches Frühstück: eine Schüssel Haferflocken, Milch, Joghurt, Birne und Blaubeeren
Mahlzeit Beispiel Magnesiumbausteine
Frühstück Haferflocken-Porridge mit Banane und Sonnenblumenkernen Haferflocken, Banane, Kerne
Vormittagssnack Vollkornbrot mit Nussmus Vollkorn, Nüsse
Mittagessen Linseneintopf mit einer Scheibe Vollkornbrot Hülsenfrüchte, Vollkorn
Nachmittagssnack Banane und ein paar Kürbiskerne Banane, Kerne
Abendessen Vollkornnudeln mit Brokkoli und Erbsen Vollkorn, grünes Gemüse
Getränk über den Tag magnesiumreiches Mineralwasser Wasser

Dieser Tag ist ein Beispiel, kein Pflichtplan. Dein Kind muss nicht jeden Punkt genau so essen. Er zeigt nur, wie unkompliziert sich Magnesium unterbringen lässt, wenn Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse und Kerne über den Tag verteilt vorkommen. Wenn an einem Tag mal weniger davon auf dem Teller landet, gleicht sich das über die Woche meist wieder aus.

Magnesium bei sportlich aktiven Kindern

Wenn dein Kind viel in Bewegung ist, im Verein Fußball spielt, tanzt oder einfach den ganzen Nachmittag draußen tobt, fragen sich viele Eltern, ob jetzt extra Magnesium nötig ist. In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung deckt auch den Bedarf aktiver Kinder gut ab.

Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, und genau das sind bei bewegungsfreudigen Kindern Themen, über die Eltern gern nachdenken. Wichtiger als einzelne Präparate ist aber, dass die Basis stimmt: regelmäßige Mahlzeiten mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse und ausreichend Trinken. Ein aktives Kind isst über den Tag meist ohnehin etwas mehr, und mit dieser größeren Menge kommt in der Regel auch mehr Magnesium mit, ohne dass du etwas Besonderes tun musst.

Ganz praktisch heißt das: Nach dem Training tun ein Vollkornbrot mit Nussmus und eine Banane oft gute Dienste, als ganz normale Zwischenmahlzeit. Magnesiumreiches Mineralwasser ist an schweißtreibenden Tagen eine einfache Ergänzung zum normalen Wasser, denn Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Von Sportgetränken oder Präparaten speziell für Kinder raten wir bewusst ab: Sie sind bei gesunden, ausgewogen essenden Kindern in aller Regel nicht nötig. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du mehr dazu in unserem Ratgeber zur Ernährung für sportlich aktive Kinder.

Braucht mein Kind ein Magnesium-Präparat?

Bei einer ausgewogenen Ernährung braucht ein gesundes Kind in der Regel kein Magnesium-Präparat. Der Bedarf lässt sich gut über normale Lebensmittel decken, und mehr ist nicht automatisch besser.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für abwechslungsreiches Essen, und eine unnötige Zufuhr über Präparate kann auch unerwünschte Wirkungen haben, zum Beispiel einen weicheren Stuhl. Aus Lebensmitteln allein ist eine Überversorgung dagegen praktisch kein Thema. Anders sieht es aus, wenn es besondere Ernährungsformen, Unverträglichkeiten oder gesundheitliche Fragen gibt. Dann kann im Einzelfall ein Bedarf bestehen, den aber niemand am Küchentisch einschätzen sollte.

Deshalb gilt: Wenn du dir Sorgen machst, ob dein Kind gut versorgt ist, besprich das bitte mit der Kinderärztin, bevor du zu einem Präparat greifst. Sie kann einschätzen, ob überhaupt ein Bedarf besteht, und ein Präparat gezielt und richtig dosiert empfehlen. Auf eigene Faust dosierte Mittel aus Drogerie oder Internet sind dagegen nicht der richtige Weg. Wir versprechen keine Wunder und sind keine Ärzte.

Welches Magnesium für Kinder? Was auf dem Etikett steht

Wenn die Kinderärztin ein Präparat empfohlen hat, kommt die nächste Frage im Regal: Citrat, Oxid, Carbonat oder Bisglycinat, und was bedeuten die Prozentzahlen auf der Packung? Hier steht die reine Einordnung, ohne Produktempfehlung. Welches Präparat für dein Kind passt und in welcher Menge, entscheidet die Kinderärztin, nicht das Etikett und auch nicht wir.

Die Zahl, auf die es ankommt: elementares Magnesium

Auf der Packung steht immer eine Verbindung, zum Beispiel Magnesiumcitrat, und daneben die Menge an reinem, sogenanntem elementarem Magnesium in Milligramm. Nur diese zweite Zahl lässt sich mit den Referenzwerten der DGE vergleichen. Die beiden Angaben unterscheiden sich deutlich: Je nach Verbindung sind nur etwa 11 bis 60 Prozent des angegebenen Verbindungsgewichts tatsächlich Magnesium. Wenn ein Produkt nur die Verbindung nennt und das elementare Magnesium verschweigt, ist das ein schlechtes Zeichen für die Transparenz.

Die Prozentangabe auf der Packung meint Erwachsene

Die Prozentzahl neben der Milligramm-Angabe bezieht sich auf den EU-Referenzwert für die Nährstoffzufuhr von 375 mg Magnesium pro Tag. Dieser Wert ist für Erwachsene festgelegt. Auf einer Kinderpackung sagt eine Angabe wie 50 Prozent also nichts darüber, ob die Menge für ein sechsjähriges Kind passt. Vergleiche stattdessen die Milligramm-Angabe mit dem Schätzwert für das Alter deines Kindes aus der Tabelle weiter oben.

Die gängigen Verbindungen im Überblick

Verbindung Anteil elementares Magnesium Was das praktisch bedeutet
Magnesiumoxid rund 60 Prozent Höchster Magnesiumanteil pro Gewicht, dafür schlecht wasserlöslich. Häufig in kleinen Tabletten.
Magnesiumcarbonat rund 29 Prozent Löst sich erst im sauren Magenmilieu, oft in Kombipräparaten enthalten.
Magnesiumcitrat rund 11 bis 16 Prozent je nach Wassergehalt Gut wasserlöslich, deshalb typisch für Pulver und Brausetabletten und damit leicht in Teilmengen dosierbar.
Magnesiumbisglycinat rund 14 Prozent An die Aminosäure Glycin gebunden, geschmacklich mild, meist deutlich teurer.

Organische Verbindungen wie Citrat lösen sich besser in Wasser als Oxid. Ob daraus im Körper ein für Kinder relevanter Unterschied entsteht, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Wer also liest, eine bestimmte Form sei die einzig richtige, liest Marketing und keine gesicherte Erkenntnis.

Wie viel darf über ein Präparat überhaupt dazukommen?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts und rät, diese Menge auf zwei oder mehr Portionen über den Tag zu verteilen. Der Wert stammt aus einer Ableitung für Personen ab vier Jahren und bezieht sich ausdrücklich nur auf die zusätzliche Zufuhr über Präparate und angereicherte Lebensmittel, nicht auf das, was über normale Lebensmittel dazukommt. Für Kinder unter vier Jahren gibt es keinen entsprechend abgeleiteten Wert. Grundlage der Höchstmenge sind milde Durchfälle, die bei höheren Zusatzmengen auftreten können.

Vier Dinge, die dir auf dem Etikett auffallen sollten

  • Ist das elementare Magnesium in Milligramm ausgewiesen, nicht nur das Gewicht der Verbindung?
  • Gibt es eine Altersangabe, und passt sie zum Alter deines Kindes?
  • Lässt sich die Tagesmenge teilen, etwa als Pulver oder Brausetablette?
  • Sind Zutaten enthalten, die dein Kind nicht braucht, etwa Zucker, Süßungsmittel, Aromen oder Farbstoffe?

Und der wichtigste Punkt zum Schluss: Ein Präparat ersetzt kein abwechslungsreiches Essen. Isst dein Kind ausgewogen, ist der Bedarf in aller Regel über normale Lebensmittel gedeckt. Die Entscheidung über ein Präparat und dessen Dosierung gehört in kinderärztliche Hände.

Häufige Fehler bei Magnesium im Familienalltag

Ein paar Stolpersteine begegnen uns bei Eltern immer wieder. Die gute Nachricht: Alle lassen sich leicht umgehen.

Fehler 1: Zum Präparat greifen, bevor der Teller stimmt. Bevor du an Nahrungsergänzung denkst, lohnt der ehrliche Blick auf die Woche. Meist lässt sich mit ein bisschen mehr Vollkorn, Hülsenfrüchten und Kernen deutlich mehr erreichen als mit einer Tablette.

Fehler 2: Nur auf ein einziges Lebensmittel setzen. Weder Bananen allein noch Nüsse allein machen die Versorgung aus. Es ist die Mischung über den Tag und die Woche, die zählt. Fällt eine Gruppe mal aus, fangen die anderen das auf.

Fehler 3: Immer nur helle Produkte kaufen. Weißbrot, helle Nudeln und geschälter Reis liefern deutlich weniger Magnesium als die Vollkornvariante. Ein schrittweiser Wechsel bringt hier viel, ohne dass es jemandem am Tisch groß auffällt.

Fehler 4: Kerne und Nüsse zu früh oder in falscher Form anbieten. Ganze Nüsse und Kerne sind für kleine Kinder ein Verschluckungsrisiko. Biete sie erst an, wenn dein Kind sicher kaut, und bei den Kleinen lieber gemahlen oder als Mus.

Fehler 5: Wachstumsschmerzen oder Wadenkrämpfe auf eigene Faust behandeln wollen. Magnesium ist kein Hausmittel gegen Beschwerden. Wenn dein Kind wiederholt klagt, gehört das in kinderärztliche Hände statt in die eigene Dosierung.

In 7 Schritten mehr Magnesium in den Familienalltag

Du musst nichts umkrempeln. Diese kleinen Schritte lassen sich nach und nach in euren Alltag einbauen, am besten einer nach dem anderen.

Schritt 1: Auf Vollkorn umstellen

Tausche beim nächsten Einkauf Weißbrot und helle Nudeln nach und nach gegen die Vollkornvariante. Vollkornprodukte und Haferflocken gehören zu den zuverlässigen Magnesiumquellen. Wenn dein Kind skeptisch ist, hilft der sanfte Übergang: erst helle und dunkle Nudeln mischen, dann den Vollkornanteil langsam erhöhen.

Schritt 2: Haferflocken zum Frühstück etablieren

Ein Porridge oder Overnight Oats mit Banane liefert gleich mehrere Magnesiumlieferanten in einer Schüssel. Das lässt sich am Vorabend vorbereiten und spart morgens Stress. Wer mag, streut einen Teelöffel gemahlene Kerne darüber, dann wird die Schüssel noch etwas gehaltvoller.

Schritt 3: Hülsenfrüchte öfter einplanen

Linsen, Kichererbsen oder Bohnen passen in Suppen, Eintöpfe, Bratlinge oder als milde Aufstriche. Ein- bis zweimal pro Woche reicht schon, um Abwechslung reinzubringen. Rote Linsen sind ein guter Einstieg, weil sie schnell weich werden und in Saucen fast verschwinden.

Schritt 4: Nüsse und Kerne als Snack anbieten

Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne lassen sich übers Müsli streuen, Nüsse sind ein guter Nachmittagssnack. Ein Klecks Nussmus aufs Vollkornbrot ist bei vielen Kindern beliebt. Bitte erst, wenn dein Kind sicher kaut, und bei kleinen Kindern lieber gemahlen oder als Mus.

Teig mit Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Saaten wird in einer Schüssel verrührt

Schritt 5: Grünes Gemüse zur Mahlzeit dazustellen

Brokkoli, Erbsen oder Spinat lassen sich unkompliziert zu vielen Gerichten kombinieren. Auch versteckt in einer Sauce oder einem Auflauf zählt es mit. Tiefkühl-Erbsen und -Brokkoli sind praktische Vorräte, die immer griffbereit sind und schnell gar werden.

Schritt 6: Die Banane als schnellen Griff nutzen

Für unterwegs, nach dem Sport oder als schnellen Snack ist die Banane praktisch und liefert nebenbei Magnesium. In den Rucksack, in den Porridge oder in den Smoothie: Sie ist ein unkomplizierter Alltagsbegleiter.

Schritt 7: Ans Trinken denken

Magnesiumreiches Mineralwasser ist eine einfache Ergänzung, gerade an aktiven Tagen. Ein Blick aufs Etikett hilft: Wasser mit höherem Magnesiumgehalt ist entsprechend ausgewiesen. Wasser sollte ohnehin das Hauptgetränk sein, gesüßte Getränke bleiben die Ausnahme.

Mythen über Magnesium bei Kindern

Mythos: Kinder brauchen zusätzlich Magnesium aus der Apotheke. Fakt: Bei ausgewogener Ernährung ist der Bedarf in der Regel über normale Lebensmittel gedeckt. Präparate sind meist nicht nötig und sollten mit der Kinderärztin besprochen werden.

Mythos: Je mehr Magnesium, desto besser. Fakt: Mehr ist nicht automatisch besser. Der Körper braucht eine passende Menge, und eine unnötig hohe Zufuhr über Präparate kann unerwünschte Wirkungen haben.

Mythos: Magnesium steckt nur in Spezialprodukten. Fakt: Magnesium ist in vielen ganz normalen Lebensmitteln enthalten, von Haferflocken über Hülsenfrüchte bis zur Banane. Teure Extraprodukte braucht es dafür nicht.

Mythos: Magnesium beim Sport bringt Kindern einen Leistungsschub. Fakt: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und einem normalen Energiestoffwechsel bei, ist aber kein Leistungsverstärker. Bei ausgewogenem Essen ist der Bedarf auch bei aktiven Kindern gedeckt.

Die Mealomat-Methode: Magnesium im Alltag mitdenken

Bei Mealomat geht es nicht ums Ausrechnen von Milligramm, sondern um Abwechslung mit System. Statt einzelne Nährstoffe zu jagen, planst du die Woche so, dass viele verschiedene Lebensmittelgruppen vorkommen. Dann ist Magnesium einfach mit dabei, genau wie Eisen, Zink und die anderen Bausteine, die im Wachstum zusammenspielen.

Mit dem Mealomat-Wochenplaner siehst du auf einen Blick, ob Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst über die Woche gut verteilt sind. Der Regenbogentracker hilft deinem Kind spielerisch, viele Farben und Sorten auf den Teller zu bringen, und genau diese Vielfalt sorgt ganz nebenbei für eine gute Magnesiumversorgung. Wer mag, kombiniert das Ganze mit unseren Ideen zu eisenreichen Lebensmitteln und Rezepten für Kinder, denn viele Magnesiumlieferanten wie Vollkorn und Hülsenfrüchte sind auch hier gute Bekannte.

(Hinweis: Mealomat ist ein Organisationssystem für Eltern, kein Kinderspielzeug. Magnete und Kleinteile bitte unter Aufsicht.)

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Häufige Fragen zu Magnesium bei Kindern

Wie viel Magnesium braucht mein Kind?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr: 1 bis 4 Jahre 170 mg pro Tag, 4 bis 7 Jahre 190 mg pro Tag, 7 bis 10 Jahre 240 mg pro Tag und 10 bis 13 Jahre 260 mg pro Tag für Jungen und 230 mg pro Tag für Mädchen. Erst ab 10 Jahren wird nach Geschlecht unterschieden.

Wie viel Magnesium braucht ein 2-jähriges Kind?

Für Kinder von 1 bis unter 4 Jahren nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Schätzwert von 170 mg Magnesium pro Tag. Für Jungen und Mädchen gilt in diesem Alter derselbe Wert. Über Haferflocken, Vollkornbrot, Gemüse und Obst ist diese Menge im Alltag in der Regel gut zu erreichen.

Wie viel Magnesium braucht ein 4-jähriges Kind?

Ab 4 bis unter 7 Jahren liegt der Schätzwert bei 190 mg Magnesium pro Tag, ebenfalls gleich für Jungen und Mädchen. Ein Porridge aus Haferflocken mit Banane, eine Scheibe Vollkornbrot und grünes Gemüse zur warmen Mahlzeit decken davon schon einen guten Teil ab.

Wie viel Magnesium braucht ein 6-jähriges Kind?

Ein sechsjähriges Kind gehört noch zur Gruppe 4 bis unter 7 Jahre, der Schätzwert liegt also bei 190 mg pro Tag. Erst mit dem siebten Geburtstag steigt er auf 240 mg. Ein Schulkind isst über den Tag meist ohnehin etwas mehr, damit wächst die Magnesiumzufuhr in der Regel automatisch mit.

Wie viel Magnesium braucht ein 13-jähriges Kind?

Hier kommt es auf den Geburtstag an. Bis zum 13. Geburtstag gilt die Gruppe 10 bis unter 13 Jahre mit 260 mg pro Tag für Jungen und 230 mg für Mädchen. Ab 13 bis unter 15 Jahren steigt der Schätzwert auf 280 mg für Jungen und 240 mg für Mädchen. Im Wachstumsschub steigt die Essensmenge meist ohnehin, und damit auch die Magnesiumzufuhr.

Dürfen Kinder Magnesium einnehmen?

Magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel sind für Kinder nicht grundsätzlich tabu, bei einer ausgewogenen Ernährung aber in der Regel nicht nötig. Ob im Einzelfall ein Bedarf besteht und welche Menge dann passt, gehört in kinderärztliche Hände. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat seine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesverzehrempfehlung für Personen ab vier Jahren abgeleitet, für jüngere Kinder gibt es keinen entsprechenden Wert.

Welches Magnesium ist für Kinder geeignet?

Diese Frage beantwortet die Kinderärztin, nicht das Etikett. Beim Vergleich hilft es zu wissen: Entscheidend ist die Angabe des elementaren Magnesiums in Milligramm, nicht das Gewicht der Verbindung. Magnesiumoxid enthält rund 60 Prozent elementares Magnesium, Magnesiumcitrat je nach Wassergehalt etwa 11 bis 16 Prozent. Die Prozentangabe auf der Packung bezieht sich auf den Erwachsenen-Referenzwert von 375 mg und sagt über den Bedarf eines Kindes nichts aus.

Magnesium für Kinder: welche Dosierung pro Tag?

Als Orientierung für die Zufuhr über das Essen gilt der DGE-Schätzwert: 170 mg pro Tag von 1 bis unter 4 Jahren, 190 mg von 4 bis unter 7, 240 mg von 7 bis unter 10 und 260 mg für Jungen beziehungsweise 230 mg für Mädchen von 10 bis unter 13 Jahren. Für Präparate gibt es keine allgemeine Kinderdosierung, die man selbst festlegen sollte. Die Menge legt die Kinderärztin fest.

Wie erkenne ich einen Magnesiummangel bei meinem Kind?

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist ein Magnesiummangel bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten selten. Er lässt sich zu Hause nicht erkennen und schon gar nicht an einzelnen Anzeichen festmachen. Wenn dein Kind über längere Zeit auffällig müde wirkt, schlecht isst oder wiederholt über Beschwerden klagt, gehört das in kinderärztliche Abklärung und nicht in die eigene Dosierung eines Präparats.

Wie bekommt mein Kind genug Magnesium ohne Präparat?

Wenn dein Kind abwechslungsreich isst, mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und ab und zu Nüssen oder Kernen, ist es meist gut versorgt. Ein Blick auf die Woche hilft mehr als das Zählen einzelner Milligramm. Bei konkreten Sorgen ist die Kinderärztin die richtige Ansprechpartnerin.

Welche Lebensmittel haben besonders viel Magnesium?

Die höchsten Gehalte haben Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Nüsse, Vollkornprodukte und Haferflocken, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse. Kartoffeln, Bananen sowie Milch und Milchprodukte enthalten pro Portion deutlich weniger, tragen aber wegen der größeren Verzehrmengen trotzdem spürbar zur Versorgung bei. Magnesiumreiches Mineralwasser kommt über den Tag dazu. Dunkle Schokolade enthält ebenfalls Magnesium, ist aber wegen des Zuckers nur maßvoll gedacht.

Was, wenn mein Kind kein Gemüse mag?

Magnesium steckt nicht nur in Gemüse. Haferflocken, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und die Banane sind ebenfalls gute Quellen. Fein püriert in Suppen oder Saucen kommt Gemüse oft besser an, und Vielfalt über die Woche hilft mehr als der Kampf um einzelne Lebensmittel.

Braucht mein Kind beim Sport mehr Magnesium?

Auch bei bewegungsfreudigen Kindern deckt eine ausgewogene Ernährung den Bedarf in der Regel gut ab. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei, extra Präparate sind bei ausgewogenem Essen aber meist nicht nötig. Ein Vollkornbrot mit Nussmus und eine Banane nach dem Training reichen oft völlig.

Hilft Magnesium bei Wachstumsschmerzen oder Wadenkrämpfen?

Dazu gibt es keine zugelassene Aussage, und wir dürfen und wollen kein Heilversprechen geben. Belegt ist nur, dass Magnesium zu einer normalen Muskelfunktion beiträgt. Das ist nicht dasselbe wie ein Mittel gegen Wachstumsschmerzen oder Wadenkrämpfe. Wenn dein Kind wiederholt darüber klagt, ist die Kinderärztin die richtige Anlaufstelle, um die Ursache abzuklären.

Ist zu viel Magnesium schädlich?

Über normale Lebensmittel ist eine Überversorgung praktisch kein Thema, der Körper reguliert das gut. Anders sieht es bei Präparaten aus: Zu viel Magnesium aus Nahrungsergänzung kann unerwünschte Wirkungen wie weichen Stuhl haben. Deshalb gehören Präparate nur nach ärztlicher Empfehlung und in der passenden Dosierung in den Alltag, nicht auf eigene Faust.

Hilft Magnesium beim Schlafen?

Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Eine zugelassene Aussage, dass Magnesium den Schlaf verbessert, gibt es dagegen nicht, und ein solches Versprechen geben wir nicht. Für guten Schlaf zählen vor allem feste Routinen, ruhige Abende und weniger Bildschirmzeit vor dem Zubettgehen. Bei anhaltenden Schlafproblemen hilft die Kinderärztin weiter.

Quellen und weiterführende Lektüre


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Über die Autorin

Aline Herth ist Ernährungsberaterin für Kinder und Jugendliche und Gründerin von Mealomat. Sie schreibt über Familienernährung, kindgerechte Routinen und Montessori-inspirierte Esskultur. Das Mealomat-System entwickelt sie gemeinsam mit zertifizierten Ernährungsberatern & Ärzten, angelehnt an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder anhaltenden Sorgen wende dich bitte an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt.

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